Thursday, December 1, 2011, 08:33 AM
Posted by Administrator
Apologies to my English speaking audience. This post needs to be in German.Posted by Administrator
Herr Politiker .. was ist das Internet?
Zunächst freue ich mich, dass ich Ihnen dieses kurze Interview gegen kann. Ich habe eigentlich schon in zwei Minuten einen Termin mit dem Herrn Botschafter der Republik Bananistan, netter Kerl. Sollte ich Ihnen 'mal vorstellen. Gestern erst hat Bananistan einen neuen ..
emm ... meine Frage? Was ist das Internet?
Ach ja. Richtig. Nun, eigentlich ist ja der Hubert für diese Fragen zuständig. Jedenfalls für die Fraktion. Denn das muss man getrennt halten. Also Partei und Fraktion. Sie verstehen? Außerdem haben wir zum Thema „Internetz“ noch keine festgelegte Sprachregelung. Aber es ist wichtig, ganz wichtig. Deswegen bin ich froh, dass Sie mich fragen.
Hmm.. und was ist das Internet für Sie?
Ja. Mein Stab, naja, eher mein Mitarbeiter, also wir, emm nutzen das Internet für, naja, um zu sagen, emm, wenn wir was sagen wollen. Ich kenne mich da auch schon ganz gut aus. Denn mit dem, meinem, emm, IPhone kann man ja auch in's Internet. Wenn man will. Und ich muss auch darauf hinweisen, dass besonders wir als Sozial-Linksliberale Grüne Union das schlimmste verhindert haben. Aber – darüber reden man nicht mehr. Nein. Vergessen. Wird nicht mehr erwähnt. Wer weiß, vielleicht gäbe es ohne uns gar kein Internet.
Und Ihre Meinung zum Datenschutz?
Also ich habe mein Haus bei Facebook verpickeln lassen. Wär' ja noch schöner, wenn jeder Terrorist sehen kann, wo ich als Bundestagsabgeordneter wohne. Datenschutz ist wichtig. Das nehmen wir sehr ernst. Deshalb müssen unsere Behörden ja auch die Daten schützen. Verfassungsschutz und Datenschutz sind da untrennbar miteinander verbunden.
Nächste Frage: Heiß diskutiert im Moment: Die Vorratsdatenspeicherung. Ihre Position?
Natürlich haben die Bürger Angst. Man kann das verstehen, dass hier kompetente Antworten von uns erwartet werden. Um das hier endlich 'mal ganz klar zu sagen: Ich bin da 100 prozentig auf der Seite der Menschen in Deutschland. Deshalb mein klares Bekenntnis: Die Sozial-Linksliberale Grüne Union wird sich mit aller Macht dafür einsetzen, die Freiheit der Bürger ohne wenn und aber auch in Krisenzeiten zu verteidigen. Ich werde mich persönlich zur Bereitstellung von Mitteln für eine möglichst langfristige Datenbevorratung einsetzen, damit auch in schwierigen Zeiten genug davon haben.
Welche Dienste verwenden Sie im Internet?
Emm. Facebook. Naja, mein Mitarbeiter. Und ich habe da eine Homepage, www-willwusel.de, können Sie ja 'mal schreiben, damit meine Wähler im Wahlkreis mein Bild immer sehen können. Hat der Sohn meiner Sektretärin gebastelt. Man muss ja auch mal den kleinen Unternehmen eine Chance geben. Ich sage Ihnen: Der Mittelstadt ist das Rückgrat. Deshalb ist es wichtig, dass der Mittelstand versteht, wie wir hier kämpfen. Schreiben Sie das mal..
Verwenden Sie das Internet auch persönlich oder nur für Ihre Arbeit?
Hahaha .. jetzt wollen Sie mich aber 'reinlegen, oder? Wenn ich jetzt sage, dass ich das Internet auch privat nutze heißt es gleich: Der Wusel guckt sich privat „nackerte Mädelss an. Nee, nee, mein lieber, so nicht. Privat nutze ich kein Internetz. Nur Skype. Weil mein Sohnemann derzeit in Venezuela „Medizin“ studiert und da kann man reden und sich auch sehen. Ohne Geld. Muss man sich mal vorstellen – kostet nix .. kennen Sie Skype?
Emm. Ja. Ich kenne Skype. Aber Skype ist eine Anwendung im Internet.
Nana, Sie sind vielleicht ein Fachmann. Wollen Sie mir jetzt vielleicht auch noch weismachen, dass das BTX für meine Kontoführung auch Internetz ist?
Nunja, Online-Banking ist auch Internet.
Also .. nunmal ehrlich. Sie arbeiten doch für eine angesehene Zeitung. Sie sie da Praktikant? Sie sollten sich 'mal mit dem Internet beschäftigen, bevor sie mir so dumme Fragen stellen. Skype ist ein Programm auf meinem Computer. Da klicke ich drauf und kann mit meinem Sohn reden. Was hat das mit Internetz zu tun? Und meine Bank hat so ein Programm, da klicke ich drauf und kann mein Konto ansehen. Internetz wäre mir viel zu gefährlich. Ich war einmal, nur einmal im Internetz weil mir ein Kollege in einer E-Mail 'was zum angucken gegeben hat. Fürcherlich. Das so 'was erlaubt ist. Die Mädels sahen ja nett aus, aber wollen wir damit unsere Jugend konfrontieren?
Aber Herr Wusel, E-Mail ist auch Internet.
Jetzt hören Sie aber auf, mir so'n Schweinkram unterstellen zu wollen. Sie glauben doch wohl nicht im ernst, das Abgeordnete der Sozial-Linksliberale Grünen Union Zeit haben, sich mit so Sachen zu beschäftigen. Wir sind verantwortlich für die Menschen im Land. Man vertraut uns. Wie können Sie es wagen, uns solche Sachen vorzuwerfen? Das Interview ist beendet.
Herr Wusel. Danke. Was ist Ihre aktuelle Tätigkeit?
Ich bin Obmann und Vorsitzender der Kommission für IT und neue Medien bei der Fraktion der sozial-Linksliberalen Grüne Union.
Siehe auch:
Studie: Die digitale Gesellschaft kommt in Deutschland nicht voran
IT- und Medienunternehmen verbünden sich für besseren Kinderschutz im Web




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