Tuesday, March 16, 2010, 05:26 AM
Posted by Administrator
This article is in German language. My apologies to my English speaking audience.Posted by Administrator
Wie bereits mehrfach erwähnt, arbeiten wir an einem neuen Internet-Dienst, den wir "SigMe" getauft haben. Der Dienst bietet innovative, spannende und neuartige Kommunity-Web 2.0 Elemente und soll sich barriere- und werbefrei zwischen die bestehenden Dienste (wie z.B. Facebook, StudiVZ ...) eingliedern. Dabei bietet SigMe nicht nur jede Menge Features, sondern auch eine bislang noch nie zur Verfügung gestellte Datensicherheit und einen hochgradigen Schutz der Privatsphäre seiner Teilnehmer.
Natürlich sind wir stolz auf unseren Dienst und wollen zügig 'online' gehen. Partnerschaften mit bestehenden Web-Plattformen sind geknüpft und wir erwarten ein rasches Wachstum.
Neben privaten Investoren (und wir haben bereits Finanzierungszusagen von VCs in Deutschland und der Schweiz) haben wir natürlich auch den High-Tech Gründerfonds angesprochen. Wer sich immer schon einmal gefragt hat, warum deutsche Internet-Firmen international kaum eine Rolle spielen, kann vielleicht hier die Antwort finden.
Dieses ist eine Übersicht unserer Kommunikation mit dem HTG:
Oktober 2009: Wir senden ein Executive Summary an die Geschäftsführung des HTG.
Zwei Wochen später die Antwort:
... Wir haben das Vorhaben innerhalb des High-Tech Gründerfonds ausführlich
evaluiert, sind jedoch nach eingehender Prüfung zu dem Schluss gekommen,
dass sich nach Einschätzung des Chancen- und Risikoprofils das geplante
Vorhaben in der Gesamtbetrachtung nicht für eine Seedfinanzierung des
High-Tech Gründerfonds eignet. ...
Interessant - der HTG entscheidet ausführlich auf Basis eines 'Executive-Summaries' ? Ich nehme Kontakt mit dem Coach auf und erkläre, dass man im 'Excutive Summary' nun wirklich nichts ausführliches finden kann. Also erklärt sich der Coach bereit, eine ausführliche Dokumentation entgegen zunehmen und zu prüfen.
Es geht ein komplettes Info-Packages (ohne Finanzteil) an den HTG. In der begleitenden Email ergänze ich, dass ich auf Anfrage gerne Test-Accounts zur Verfügung stelle, den Finanzteil übersende oder SigMe auch direkt beim HTG präsentiere.
Januar 2010 Die Antwort:
... Leider kommen wir auch heute nach detaillierter Prüfung zu dem Schluss, dass sich
nach Einschätzung des Chancen- und Risikoprofils das geplante Vorhaben in der
Gesamtbetrachtung nicht für eine Seedfinanzierung des High-Tech Gründerfonds eignet. ...
Spannend - diesmal eine detaillierte Prüfung. Allerdings fällt es mir schwer zu verstehen, wie man ohne Finanzteil, ohne das System überhaupt gesehen zu haben, eine detaillierte Prüfung oder ein Chancen- Risikoprofil erstellen kann? Diese Frage stelle ich dem betreuenden Coach und bekomme tatsächlich einen Präsentationstermin mit dem Coach und der Geschäftsleitung des HTG.
Alles wird von uns entsprechend vorbereitet, doch am Tag der Präsentation teilt uns der betreuende Coach mit, dass die Geschäftsführung leider nicht an der Präsentation teilnehmen kann. Nun nach zwei detaillierten und ausführlichen Prüfungen war die Präsentation aus unserer Sicht sowieso nur eine Alibi-Veranstaltung - die Absage der Geschäftsleitung war also nicht überraschend.
Wir haben trotzdem unseren Dienst präsentiert und später auch den Finanzteil des Business-Plans beim HTG eingereicht.
Die Antwort kam kaum zwei Wochen später:
.. Aus heutiger Sicht schätzen wir die Risiken für den High-Tech
Gründerfonds als zu hoch ein und können uns zum jetzigen Zeitpunkt eine Beteiligung
an der neu zu gründenden Gesellschaft nicht vorstellen. ...
Dieses Mal allerdings mit einem Zusatz:
Wenn Sie entsprechende Markttraktion aufweisen, stehen wir Ihnen für weiterführende
Gespräche gerne zur Verfügung.
In unserem Fall will der der Hightech Gründer Fonds also nicht mit uns Gründen - zu einem späteren Zeitpunkt dann ohne Risiko mit verdienen. Und das von einem Fonds, der (unter anderem) mit staatlichen Mitteln beim Gründen helfen und Seed-Fianzierung bereitstellen soll.
Thanks - but no thanks.
Ich bin entsprechend enttäuscht. Nicht darüber, dass der HTG unser Potential nicht sieht oder nicht sehen will. Im Verlauf der Suche nach Investoren haben wir (wie man sich vorstellen kann) einige Absagen bekommen. Außerdem haben wir ja bereits unsere Investoren.
Es ist aber traurig, wie unprofessionell, wie langweilig und wie phantasielos die 'Fachleute' des HTG mit unserem Projekt umgegangen sind. Immer unter dem Hinweis, dass der HTG auch grosse Budgets des "Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie" verwaltet und für Investitionen bereitstellen soll. Nicht ein einziger der sogenannten 'Fachleute' hat sich bis heute in unserem Dienst angemeldet und etwas genauer hin geschaut. Entschieden wird nach Aktenlage - nur keine Mühe machen.
Wer also einen neuen Internet-Dienst gründet, kann den Aufwand und die Zeit sparen. Aus meiner Sicht hat der HTG weder das 'Know-How' noch die notwendige Markt-Kenntnis, um ein innovatives Internet-Projekt beurteilen zu können.
Entsprechendes werde ich dem BMWI mitteilen.
Wir werden ausserdem genau darauf achten, ob Teile unseres Dienstes oder Innovationen irgendwo anders auftauchen. Bislang hat uns der HTG weder unsere Unterlagen zurückgeschickt, noch die Vernichtung bestätigt.
Und der HTG unterschreibt keine Vertraulichkeits-Erklärungen.
Zu meiner Person: Ich bin seit 1994 im Internet-Business aktiv und habe verschiedene Internet-Projekte (u.a. germany.net, den drittgrössten Onlinedienst) in Deutschland und in den USA aufgebaut. Man kann also sagen, dass ich durchaus ein paar Dinge im Internet-Business verstehe. Dieser Blog-Eintrag dient zur Information potentieller Internet-Gründer und nicht als 'Rant' gegenüber dem HTG. Wir haben unsere Finanzierung und gehen bald Online.




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